Ein frisch gepflanzter Baum wird über Wochen gewässert – und geht im ersten richtigen Trockensommer trotzdem ein. Für viele GaLaBau-Betriebe und Kommunen ist das ein bekanntes und ärgerliches Bild. Die Ursache liegt selten am zu wenig Gießen. Sie liegt darin, wo das Wasser landet und wie der Baum darauf reagiert.
Dass die Trockenheit der letzten Jahre die Bäume flächendeckend geschwächt hat, ist gut dokumentiert: Nach der Waldzustandserhebung 2024 des Bundesministeriums weist weiterhin rund jeder vierte bis fünfte Baum – konkret vier von fünf – deutliche oder schwache Schäden auf.[1] Besonders betroffen sind Straßenbäume. Der Forstwissenschaftler Prof. Dr. Andreas Roloff schätzt ihre Lebenserwartung auf nur etwa 25 % der Lebenserwartung vergleichbarer Bäume an günstigeren Standorten.[2]
Wurzeln folgen dem Wasser – nach oben
Bäume bilden ihre Wurzeln dort aus, wo sie zuverlässig Wasser finden. Wird an der Oberfläche gegossen, entsteht genau dort ein feuchter Bereich – und die Wurzeln bleiben flach. Das funktioniert, solange gegossen wird. Sobald die Bewässerung aussetzt oder eine längere Hitzeperiode kommt, trocknet die obere Bodenschicht schnell aus, und der Baum steht ohne Reserve da.
Das Ergebnis ist ein Baum, der doppelt verwundbar ist: flach verwurzelt und abhängig von ständiger Zufuhr. Im nächsten Trockenjahr beginnt der Stress von vorn.
Das eigentliche Problem: der verdichtete Unterboden
In Städten und auf Baustellen kommt ein zweiter Faktor hinzu. Die tieferen Bodenschichten sind dort oft stark verdichtet. Fachlich gilt der eingeschränkte und verdichtete Wurzelraum als einer der größten standortgebundenen Stressfaktoren gerade für Straßenbäume.[2] Selbst wenn die Wurzel nach unten wachsen würde, findet sie im verdichteten Boden weder ausreichend Luft noch Wasser. Die verdichtete Schicht wirkt wie eine Sperre – und hält die Wurzel oben fest, genau dort, wo der Trockenstress am größten ist.
Was in der Tiefe passieren muss
Bäume sind gegen Trockenheit deutlich widerstandsfähiger, wenn ihre Wurzeln eine dauerhaft feuchte Bodenschicht in der Tiefe erreichen. Dort ist der Boden auch im Hochsommer feucht, unabhängig vom letzten Regen oder der nächsten Gießrunde. Ein Baum, der sich dort etabliert hat, versorgt sich weitgehend selbst.
Damit die Wurzel dorthin gelangt, braucht es zweierlei: einen Anreiz, nach unten zu wachsen (Wasser in der Tiefe), und einen durchwurzelbaren Weg durch den verdichteten Boden.
Der Ansatz von ArboVita
Genau hier setzt das Tiefensubstrat an. Es wird bei der Pflanzung in Bohrlöcher rund um den Baum eingebracht – bis in eine Tiefe von 80 bis 150 cm. Das Substrat speichert Niederschlag, gibt ihn kontrolliert ab und lockt die Wurzel so aktiv nach unten. Seine lockere, druckstabile Struktur schafft dabei einen offenen Weg durch verdichtete Schichten. Einmal etabliert, versorgt sich der Baum in der Tiefe selbst – auch in trockenen Sommern.
Wichtig zur Einordnung: Eine Tiefenverwurzelung macht Bäume nicht „immun" gegen Trockenheit, aber deutlich widerstandsfähiger. Sie senkt das Ausfallrisiko gerade in der kritischen Anwuchsphase spürbar – und diese Phase ist entscheidend: Jungbäume sind unmittelbar nach der Pflanzung am stärksten gefährdet.[2]
Quellen
- Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat / Thünen-Institut: Waldzustandserhebung 2024. bmleh.de
- Roloff, A. (Prof. Dr., TU Dresden): Praxiswissen und Fachbeiträge zu Trockenstress, Wurzelraum und Lebenserwartung von Straßenbäumen (u. a. NEUE LANDSCHAFT; Roloff 1992, 2016).
Angaben zu Prüfwerten und Konformität des ArboVita Tiefensubstrats: unabhängiger Laborprüfbericht nach DIN EN 13041; DüMV; EBC-Agro. Prüfunterlagen auf Anfrage für Fachpartner.